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Die Informatik als Disziplin gibt es noch nicht so lange. Was sind denn die Grundlagen der Informatik? Ist sie wirklich eine abgrenzbare Disziplin, oder ist sie auch eine Geburt des Institutionalisierungsdranges, wo man einen Namen für eine eigentlich transdisziplinäre Wissenschaft gesucht hat?
Es ist ein grundlegendes Problem der Informatik, daß sie noch nicht weiß, ob sie eine Wissenschaft ist. An den Universitäten gibt es das Fach Informatik seit etwa 30 Jahren, aber die Definition, was sie ist, ist nach wie vor umstritten. In der amerikanischen Universitätslandschaft hieß das ursprünglich "Computer science".
Sie war also ganz auf das Gerät fixiert. Das hat sich geändert. Heute sprechen viele amerikanische Kollegen von "science of Computing", also sowohl von Berechenbarkeit im mathematischen Sinn wie von Bearbeitbarkeit im technischen Sinn. Der in Deutschland verwendete Begriff "Informatik" ist dem Französischen entlehnt und soll andeuten, daß die neue Disziplin etwas mit Information und Technik zu tun habe. Daß sie mit Technik zu tun hat, ist unbestritten, ob sie aber etwas mit Information zu tun hat, ist eine der Fragen, um die gelegentlich gestritten wird - allerdings eher selten, weil sich Informatikwissenschaftler in der Regel wenig für Grundlagenfragen interessieren.
Die Informatik baut also nicht etwa auf der Informationstheorie von Shannon auf?
Überhaupt nicht. Damit hat sie nur ganz am Rande zu tun, also da, wo sie sich mit Leitungen oder Übertragungen auf Leitungen beschäftigt. Shannons Theorie heißt im amerikanischen Original überdies "Theory of Com-munication". Das klingt vielleicht noch verrückter, da es sich eigentlich um eine Theorie der Leitungsstörungen handelt, die ja weder Kommunikation noch Information definieren. Informatik bezieht sich auf drei verschiedene Wissenschaftsbereiche.
Einerseits ist sie eine Technik: Hier hat sie auch ihre großen Triumphe und Niederlagen. Andererseits reicht sie wissenschaftlich in mathematische, logische und philosophische Fundierungen des Formalen hinein. Damit kann Informatik generelle Methoden für die Wissenschaften bereitstellen, aber sie erbt damit auch spezifische Probleme. Und schließlich werden Spezifika ihrer Anwendungen zu Teilen der Informatik. Dort entstehen dann sofort Kontakte mit allen anderen Wissenschaften und der Praxis.
Was wären denn die generellen Methoden für die Wissenschaften, die von der Informatik kommen?
Die wichtigen Fortschritte der Informatik liegen in der Nutzung des allgemeinen Berechenbarkeitsmodells, das aus der mathematischen Logik kommt. Technische Stichworte sind hier die Turing-Maschine oder die rekursiven Funktionen.
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